Zitate - Seneca, Lucius Annaeus
Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer.Wer an den Spiegel tritt um sich zu ändern, der hat sich schon geändert.
Die Philosophie lehr handeln,
nicht reden.
Die Philosophie will uns innerlich formen und bilden. Sie regelt unser Leben und leitet unsere Handlungen. Sie zeigt uns, was wir tun und lassen sollen. Sie hat das Steuer in der Hand und lenkt unsere Fahrt durch die verschiedensten Strömungen. Die Philosophie allein garantiert uns ein leben ohne Furcht, ein leben in Sicherheit.
Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zuviel Zeit, die wir nicht nutzen.
Nicht wer wenig hat, sondern wer viel wünscht, ist arm.
Die Bosheit trinkt die Hälfte ihres eigenen Giftes.
Das meiste Unheil richtet Leichtgläubigkeit an.
Die Philosophie ist ein guter Rat: Einen guten Rat gibt niemand mit lauter Stimme.
Die Wahrheit steht allen offen. Sie ist noch von keinem in Beschlag genommen. Ein großer Teil von ihr bleibt auch noch künftigen Geschlechtern aufgespart.
Ein richtiger Steuermann fährt mit zerrissenem Segel, und wenn er die Takelage verloren hat, zwingt er dennoch den entmasteten Rumpf des Schiffes an den Kurs.
Es gibt wohl manches, das man annehmen muss, ohne zu Dank verpflichtet zu sein.
Glücklich ist nicht derjenige, den die Leute so nennen, der über das große Geld verfügt, sondern der, dessen Hab und Gut geistiger Natur ist; er ist aufrecht, von erhabener Gesinnung, verachtet, was man allgemein bewundert, kennt keinen, mit dem er tauschen möchte, beurteilt einen Menschen nur nach seinem menschlichen Wert.
Glückliche Umstände machen die Herzen übermütig.
Kürze die lange Rede, damit sie nicht verdächtig wirke!
Vivere vis: scis enim?
Leben willst du? Kannst du das denn?
Man muss sich der Zeit anpassen.
Manche Zeit wird uns entrissen, manche unvermerkt entzogen, manche fließt fort. Doch am schimpflichsten ist der Verlust, der aus Unachtsamkeit geschieht.
Mehr scheint mir eine Stimme abzulenken als ein Geräusch: Jene wirkt auf den Geist ein.
Nicht der Hunger unseres Leibes kommt uns teuer zu stehen, sondern der Ehrgeiz.
Nicht was, sondern wie du erträgst, ist von Belang.
Nullum magnum ingenium sine mixtura dementiae fuit.
Nie hat es einen grossen Geist ohne eine Beimischung von Wahnsinn gegeben.
Nusquam est qui ubique est.
Nirgendwo ist der, der überall ist.
Nun aber bringt doch den allergrößten Verlust an Lebenszeit das Hinausschieben mit sich. Man lässt gerade den bestehenden Tag verstreichen und bestiehlt die Gegenwart, weil man sich auf das Späterkommende vertröstet. Das größte Hindernis des Lebens ist die Erwartung, die sich auf den nächsten Tag richtet. Du verlierst dadurch das Heute.
Schimpflich ist es, nicht zu gehen, sondern sich treiben zu lassen und mitten im Wirbel der Dinge verblüfft zu fragen: Wie bin ich bloß hierher gekommen?
Quod sensus ostendit, id credit animus.
Was die Wahrnehmung zeigt, das glaubt das Herz.
Das höchste Gut ist die Harmonie der Seele mit sich selbst.
Ein Zwerg wird nicht größer, auch wenn er sich auf einen Berg stellt.
Wem viel erlaubt ist, soll sich am wenigsten erlauben.
Wer will, der kann, wer nicht will, muss.
