Zitate - Hebbel, Friedrich

Der Traum ist der beste Beweis dafür, dass wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, als es scheint.

Alles Individualisieren führt zur ewigen inneren Form, von der die äußere nur der Firnis ist, und nur aus der vollendenten Form geht das Befreiende hervor.

Dass die Schmerzen miteinander abwechseln, macht das Leben erträglich.

Der Geist wird wohl die Materie los, aber nie die Materie den Geist.

Ein Mädchen vor dem Spiegel ist die Frucht, die sich selber isst.

Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.

Es gibt Leute, die sich über den Weltuntergang trösten würden, wenn sie ihn nur vorhergesagt hätten.

Es ist die Strafe unserer eignen Jugendsünden, dass wir gegen die unserer Kinder nachsichtig sein müssen.

Gott versteckt sich hinter dem, was wir lieben.

Jeder Mensch besitzt alle Talente, doch nur die hervorragendsten soll er ausbilden. Hier liegt aber der Grund, weshalb so viele hartnäckig ein unerreichbares Ziel verfolgen: Sie haben das Gefühl, nicht ganz auf dem falschen Wege zu sein.

Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht: Irgendeinem gefällt er.

Lieben heißt: in dem anderen sich selbst erobern.

Schlaf ist Hineinkriechen des Menschen in sich selbst.

Sehr oft ist das Wiedersehen erst die rechte Trennung.

Spielende Kinder sind lebendig gewordene Freuden.

Viel besser, nie besitzen, als verlieren.

Wie groß ist der Unterschied zwischen der Barbarei vor der Kultur und der Barbarei nach der Kultur!

Zwei Hände können sich wohl fassen, aber doch nicht ineinander verwachsen. So Individualität zu Individualität.

Zwei Menschen sind immer zwei Extreme.

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