Zitate - Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von
Eine stolz getragene Niederlage ist auch ein Sieg.So mancher meint, ein gutes Herz zu haben, und hat nur schwache Nerven.
An Rheumatismen und an wahre Liebe glaubt man erst, wenn man davon befallen wird.
Der Umgang mit einem Egoisten ist darum so verderblich, weil die Notwehr uns allmählich zwingt, in seine Fehler zu verfallen.
Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit, sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft.
Geringe Kunst, humoristisch zu sein, wenn man sich nicht scheut, zynisch zu sein.
Ein stolzer Mensch verlangt von sich das Außerordentliche. Ein hochmütiger Mensch schreibt es sich zu.
Einen Menschen wissen, der dich ganz versteht, der in Bitternissen immer zu dir steht, der auch deine Schwächen liebt weil du bist; dann mag alles brechen: du bist nie allein.
Liebe ist Qual, Lieblosigkeit ist Tod.
Je mehr du dich selbst liebst, je mehr bist du dein eigener Feind.
Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.
Nichts bist du, nichts ohne die andern.
Der verbissenste Misanthrop braucht die Menschen doch, wenn auch nur, um sie zu verachten.
Nur die allergescheitesten Leute benutzen ihren Scharfsinn zur Beurteilung nicht bloß anderer, sondern auch ihrer selbst.
Selbst der bescheidenste Mensch hält mehr von sich, als sein bester Freund von ihm hält.
Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt und nie gehaßt.
Überlege wohl, bevor du dich der Einsamkeit gibst,
ob Du auch für dich selbst ein heilsamer Umgang bist.
Überlege einmal, bevor du gibst,
zweimal, bevor du annimmst und
tausendmal, bevor du verlangst und forderst.
