Zitate - Aurel, Marc

Alles ist wie durch ein heiliges Band miteinander verflochten! Nahezu nichts ist fremd. Eines schließt sich ja dem anderen an und schmückt, mit ihm vereinigt, dieselbe Welt. Aus allem zusammen ist eine Welt vorhanden, ein Gott, alles durchdringend, ein Körperstoff, ein Gesetz, eine Vernunft, allen vernünfitgen Wesen gemein, und eine Wahrheit, sofern es auch eine Vollkommenheit für all diese verwandten, derselben Vernunft teilhaftigen Wesen gibt.

Alles was du siehst, wird die Natur bald verwandeln und aus diesem Stoff andere Dinge schaffen und aus deren Stoff wiederum andere, damit die Welt immer verjüngt werde.

Alles, was an einem Gemeinsamen Anteil hat, strebt zum Verwandten.

Beste Art sich zu wehren: sich nicht anzugleichen.

Betrachte die ganze Natur, wovon du nur ein winziges Stücklein bist, und das ganze Zeitmaß von welchem nur ein kurzer und kleiner Abschnitt dir zugewiesen ist, und das Schicksal, wovon das deinige nur ein Bruchteil bildet.

Der Tod ist ebenso, wie die Geburt, ein Geheimnis der Natur, hier Verbindung, dort Auflösung derselben Grundstoffe.

Diese Gurke ist bitter. Nun, so wirf sie weg. Hier sind Dornensträucher am Weg. Weiche ihnen aus. Das ist alles. Frage nicht noch: Wozu gibt es solche Dinge in der Welt?

In der Tat, wenn wir das meiste, was in unserem Reden und Tun unnötig ist, wegließen, so würden wir mehr Muße und weniger Unruhe haben.

Lass die Einbildung schwinden, und es schwindet die Klage, dass man dir Böses getan.

Mach einmal den Versuch, wie es sich als rechtschaffener Mensch lebt, der mit dem vom Weltganzen ihm erteilten Schicksal zufrieden ist und in seiner eigenen rechtschaffenen Handlungsweise und seiner wohlwollenden Gesinnung sein Glück findet.

Man muss nicht alleine den Gedanken erwägen, dass unser Leben sich täglich verzehrt und dass mit jedem Tag der Rest kleiner wird, sondern man muss auch bedenken, dass, könnte man selbst sein Dasein bis ins höchste Alter verlängern, es doch ungewiss ist, ob unsere Denkkraft immer dieselbe geistige Fähigkeit behalten werde.

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben.

Nichts begegnet einem, was er von Natur nicht zu ertragen vermag.

Nun ist es da nicht besser, das was in deiner Macht steht, mit Freiheit zu gebrauchen, als dich zu dem, was nicht in deiner Macht steht, mit sklavischer Erniedrigung hinreissen zu lasssen?

Reicht mein Verstand zu diesem Geschäft oder nicht? Reicht er, so verwende ich ihn dazu als ein von der Allnatur mir verliehenes Werkzeug. Im entgegengesetzten Fall überlasse ich das Werk dem, der es besser erledigen kann, falls es nicht zu meinen Pflichten gehört. Andernfalls vollbringe ich es, so gut ich es kann und nehme dabei einen anderen zu Hilfe.

Schiebe alles Übrige beiseite, halte nur an jenem wenigem fest. Bedenke unter Anderem, dass wir nur die gegenwärtige Zeit leben, die ein unmerklicher Augenblick ist; die übrige Zeit ist entweder schon verlebt oder ist ungewiss. Unser Leben ist also etwas Unbedeutendes, unbedeutend auch der Erdenwinkel, wo wir leben, unbedeutend endlich der Nachruhm.

Tu nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest. Der Tod schwebt über deinem Haupte. So lange du noch lebst, so lange du noch kannst, sei ein rechtschaffener Mensch.

Übe dich auch in den Dingen, an denen du verzweifelst.

Und wirklich sind auch all unsere Begriffe veränderlich. Denn wo ist ein Mensch, der sich niemals in seinen Urteilen geändert hat?

Was außerhalb meiner Denkkraft liegt, muss meine denkende Seele nicht berühren. Fühle das und du stehst fest da. Von dir selbst hängt es ab, ein neues Leben zu beginnen. Betrachte nur die Dinge von einer anderen Seite, als du sie bisher ansahst. Denn das heißt eben: ein neues Leben beginnen.

Es ist dumm, sich über die Welt zu ärgern. Es kümmert sie nicht.

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