Amint

Kleist, Heinrich von

Sie fliehet fort! Es ist um mich geschehen!
Ein weiter Raum trennt Galatheen von mir.
Dort floh sie hin. Komm Luft mich anzuwehen!
Du kömmst vielleicht von ihr.

Sie fliehet fort! Sagt Galatheen ihr Flüsse,
Daß ohne sie der Wiesen Schmuck verdirbt;
Ihr eilt ihr nach, sagt, daß der Wald sie misse
Und daß ihr Schäfer stirbt.

Welch Thal blüht jezt, von ihr gesehen, besser?
Wo tanzt sie um ein Labyrinth? wo füllt
Ihr Lied den Hain? Welch glückliches Gewässer
Wird schöner durch ihr Bild?

Nur einen Druck der Hand, nur halbe Blicke,
Ach! einen Kuß, wie sie mir vormahls gab,
Vergönne mir von ihr; dann stürz, o Glücke!
Mich wenn du willst, ins Grab.

So klagt Amint, die Augen voll von Thränen,
Den Gegenden die Flucht der Galathee;
Sie scheinen sich mit ihm nach ihr zu sehnen
Und seufzten: Galathee!
Arnim, Bettina von
Arnim, Ludwig Achim von
Baudelaire, Charles
Bauernfeld, Eduard
Blake, William
Bodenstedt, Friedrich Martin
Chamisso, Adelbert von
Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von
Fallersleben, August Heinrich Hoffmann von
Fontane, Theodor
Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von
Goethe, Johann Wolfgang
Günderode, Karoline von
Hebbel, Friedrich
Keller, Gottfried
Kleist, Heinrich von
Nietzsche, Friedrich Wilhelm
Novalis
Rilke, Rainer Maria
Storm, Theodor