Fillis an Damon

Kleist, Heinrich von

Ja, liebster Damon! Ich bin überwunden,
Mein Geist empfindet, was er nie empfunden;
Ich fühl die von mir sonst verlachten Schmerzen
Jezt in dem Herzen.

Als ich die Hand jüngst, die dein Auge deckte,
Vorwitzig fortriß; Himmel! was erweckte
Dein schönes Auge, voller treuen Thränen,
Mir nicht für Sehnen!

Ich floh und weinte. Wie ward mir zu Muthe!
Ein heftig Feuer wallte mir im Blute.
Die Flammen werden unaufhörlich währen,
Die mich verzehren.

Komm treuster Damon! den ich mir erwähle,
Auf meinen Lippen schwebt mir schon die Seele,
Um durch die deinen, unter Scherz und küssen,
In dich zu fliessen.
Arnim, Bettina von
Arnim, Ludwig Achim von
Baudelaire, Charles
Bauernfeld, Eduard
Blake, William
Bodenstedt, Friedrich Martin
Chamisso, Adelbert von
Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von
Fallersleben, August Heinrich Hoffmann von
Fontane, Theodor
Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von
Goethe, Johann Wolfgang
Günderode, Karoline von
Hebbel, Friedrich
Keller, Gottfried
Kleist, Heinrich von
Nietzsche, Friedrich Wilhelm
Novalis
Rilke, Rainer Maria
Storm, Theodor