Gesang der Frauen an den Dichter

Rilke, Rainer Maria

Sieh, wie sich alles auftut: so sind wir;
denn wir sind nichts als solche Seligkeit.
Was Blut und Dunkel war in einem Tier,
das wuchs in uns zur Seele an und schreit

als Seele weiter. Und es schreit nach dir.
Du freilich nimmst es nur in dein Gesicht
als sei es Landschaft: sanft und ohne Gier.
Und darum meinen wir, du bist es nicht,

nach dem es schreit. Und doch, bist du nicht der,
an den wir uns ganz ohne Rest verlören?
Und werden wir in irgend einem mehr?

Mit uns geht das Unendliche vorbei.
Du aber sei, du Mund, daß wir es hören,
du aber, du Uns-Sagender: du sei.
Arnim, Bettina von
Arnim, Ludwig Achim von
Baudelaire, Charles
Bauernfeld, Eduard
Blake, William
Bodenstedt, Friedrich Martin
Chamisso, Adelbert von
Ebner-Eschenbach, Marie Freifrau von
Fallersleben, August Heinrich Hoffmann von
Fontane, Theodor
Gerstenberg, Heinrich Wilhelm von
Goethe, Johann Wolfgang
Günderode, Karoline von
Hebbel, Friedrich
Keller, Gottfried
Kleist, Heinrich von
Nietzsche, Friedrich Wilhelm
Novalis
Rilke, Rainer Maria
Storm, Theodor