Die Schanzen von Ziegra

"Der Wall zu Ziegra liegt westlich vom Rittergut im Holz nach der Grenze mit Schweta und Limmritz" (Döbelner Heimatschatz, Band 2 von 1923, Seite 175)
Die Schanzen
Fest steht über die Geschichte der Schanzen nur, dass sie zwischen 700 und 1000 n. Chr. entstanden und sorbischen Ursprungs sind. Dieser elliptische Ringwall verläuft in NW-SO Ausrichtung und ist bis zu fünf Meter hoch. Zumeist ist der Erdwall jedoch deutlich niedriger und die Höhe beträgt nur 0,5 bis 1,5 Meter.
Nachdem die Germanen während der Völkerwanderung Richtung Hamburg gezogen sind, besiedelten die Sorben das nunmehr unbewohnte Gebiet. An der Grenze zwischen diesen Völkern gab es immer wieder Auseinandersetzungen. Heinrich I. zwang im Krieg von 927 bis 929 die Wenden (Bezeichnng für Sorben bzw. Slawen) unter seine Herrschaft. Aufgrund dieser Auseinandersetzungen benötigten die Sorben Verteidigungseinrichtungen. Daher wird davon ausgegangen, das die Schnazen von Ziegra eine solche Anlage darstellten. Auf dem Rundteil der Schanze soll eine Burg gestanden haben, allerdings weniger ein solcher Bau in unserem Verständniss. Es wird mehr von einem baumüberragenden Turm ausgegangen. Dieser soll zum Überwachen des bewaldeten Gebietes genutzt worden sein. Ein Waldstück bei den Schanzen wird als "Burgstadel" bezeichnet. Das könnte für diese Theorie sprechen, doch kann dieser Name auch erst viel später entstanden sein. Die allerersten Siedlungen Ziegras entstanden folglich wahrscheinlich an den Schanzen, doch weil dieses Gelände sehr abschüssig ist, wurde der Platz für das Rittergut in das heutige Gebiet des Dorfes verlegt.
Gegen all diese Theorien spricht sich jedoch Prof. Dr. Pfau aus Rochlitz in seinem Artikel im Döbelner Heimatschatz von 1923 aus. Er betrachtet diese Anlage als einen Platz für öffentliche Handlungen (z. B. Beratungen, Gerichtsverhandlungen). Allerdings erscheint die Anlage als ehemalige Verteidigungsstellung durchaus plausibel.