Chronik von Ziegra
Ziegra ist ein ursprünglich sorbisches Dorf der Supanie* Schweta im Gau** Daleminzia.| Jahr | Ereignis |
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| 1231 |
Die erste urkundliche Erwähnung des Hermannus de Cigerowe ("des Feuerbrandes") stammt aus 1231. Dieser hatte in Ziegra seinen Herrensitz. Aus "Cigerowe" entstand schließlich der heutige Ortsname. Heutiges Aussehen des Rittergutes
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| 1233 | Erwähnung unter dem Ortsnamen "Zicherowe" |
| 1346 | Herrschte der Erzpriesterstuhl in Döbeln religiös über Ziegra. |
| 1362 | Ein Dorfbewohner (Apetz aus Ziegra) war an der Ermordung des Abtes von Altzella (Kaspar von Kudeschow) beteiligt. |
| 1378 | Ziegra gehört zum Verwaltungsbezirk des castrum Döbeln. |
| 1406 | Ortsname "Czegraw" |
| 1407 | Besaßen die Herren von Deutzen große Teile des Dorfes. |
| 1435 |
Die Familie Honsberg (auch Haynsberg) hatte Besitzrechte in diesem Dorf. Das Geschlecht von Kauffungen war in Ziegra vertreten. |
| 1450 | Mussten Albrecht und Franze von Ziegra drei kriegsmäßig ausgerüstete Reiter stellen. |
| 1481 | Letzte Erwähnung der Ritter in Ziegra. Das Rittertum war damit wohl ausgestorben. |
| 1539 | Die Ziegraer Kirche wurde Pfarrkirche. |
| 1542 | Ortsname: "Zeygra" |
| 1545 | Das Gut gehörte dem Döbelner Wolf Ruligk. Er hatte 1,5 gerüstete Pferde zu stellen (für das halbe Pferd wurden Aufwendungen gezahlt). |
| 1551 |
Der Ort gehörte zum Rittergut Linda. Der landwirtschaftliche Gundbesitz betrug 10,5 Hufen (1 Hufe 7 - 10 Hektar). |
| 1554 | Die Zgehörigkeit zum Amt Döbeln ist dokumentiert. |
| 1569 | Die Herren von Gründerode hatten Besitzrechte in Ziegra (diese dauerten 3 Jahre). |
| 1636 | Zu Weihnachten streiften schwedische Soldaten durch den Ort. Eine Art Schutzgeld (u.a. für Ziegra) wurde vom Herrn von Dölau aus Ziegra gezahlt, insgesamt 925 Taler für 4 Dörfer. |
| 1739 | Bau des Pfarrhauses |
| 1761 | Im November (während des Siebenjährigen Krieges) warfen österreichische Truppen starke Schanzen auf. |
| 1762 | 12. Mai, preußische Truppen stürmten die Schanzen der Österreicher |
| 1764 | Ziegra gehörte zum Amt Leisnig. |
| 1748 | besaß der Ort 10,5 Hufe zu je 16 - 18 Scheffel. |
| 1770 |
Erster Kirchenbau nach der Reformation (Kosten: 1536 Taler). Die entstandene Kirche gehört mit zu den kleinsten Sachsens:![]() Erbauung des ersten Schulgebäudes: ![]() Das Land dazu wurde sicherlich von den Rittergutsbesitzern Generode gestiftet. Die Lehrer waren einfache Bauern. In einer Art "guten Stube" wurde der Unterricht abgehalten. Wie die Pfarrer bekamen die Lehrer kein Gehalt und lebten von den Erträgen der Scholle (Schulfeld). Dadurch war dies die einfachste Form des Schulwesens. Das Rittergut in Ziegra blieb trotz der Abgaben an Kirche und Schule das größte im Landkreis Döbeln, mit 260 Hektar. |
| 1790 |
Im September, nach dem Ende des Sächsischen Bauernaufstandes kam es u.a. in Ziegra noch einmal zu Unruhen, die blutig niedergeschlagen worden. Zu dieser Zeit wirkte der gebürtige Engländer Westeritzscher als Schulmeister. Dieser leistete besonders in den Naturwissenschaften Chemie, Astrologie, Geometrie und Physik Überdurchschnittliches. |
| 1816 | Zugehörigkeit zum Amt Leisnig |
| 1843 | Das Schulgebäude wurde als untauflich eingestuft. |
| 1846 |
Bau der zweiten Schule:
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| 1856 | Der Ort untersteht dem Gerichtsamt in Döbeln. |
| 1872 | Das Dorf hatte 44 Wohngebäude (darunter das Rittergut, Kirche, Pfarre, Schule und 5 Güter). |
| 1875 | Ziegra zählte zum Einflußbereich der Amtshauptschaft Döbeln. |
| 1900 | 372 Hektar Land gehören zu Ziegra. |
| 1907 |
Bau der dritten und letzten Schule (heutiges Gemeindeamt):
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| 1927 | Die Ziegraer Kirche wurde Filialkirche von Technitz. |
| 1950 | Forchheim und Ziegra verbanden sich zu einer Gemeinde. |
| 1994 | Seit dem 01.01. gehören zur Gemeinde Ziegra-Knobelsdorf die Ortsteile Ziegra, Forchheim, Limmritz, Meinsberg, Töpeln, Gebersbach, Knobelsdorf, Heyda, Rudelsdorf, Stockhausen, Wölsdorf, Schweta, Pischwitz und Neuhausen. Dadurch umfasst die Gemeinde 32 km², die Hälfte davon liegt im Landschaftsschutzgebiet. |
* Gau ist die Bezeichnung eines Teils des germanischen Stammesgebiet.
** Die Supanie ist eine Untereinheit. Ein Supan war ein Priester, Richter und Führer im Krieg.


