Strahlenschäden, Strahlenschutz und Strahlenexposition
Die Gefährlichkeit der von radioaktiven Stoffen ausgehenden Strahlung beruht auf deren Fähigkeit Atome zu ionisieren. Eine direkte Schädigung beruht dabei auf der Aufspaltung und Veränderung der DNA. Eine indirekte Schädigung erfolgt über durch die Strahlung gebildete Radikale.Äußerlich einwirkende α-Strahlung wird bereits von den äußeren (toten) Hautschichten absorbiert. Von außen einwirkende β-Strahlung ruft unter Umständen eine Schädigung der Haut hervor (Strahlenverbrennung). Wird der Körper oder zumindest Teile davon mit durchdringungskräftiger Strahlung (?-, Neutronen- und auch Röntgenstrahlung) bestrahlt, treten je nach Stärke Symptome der Strahlenkrankheit auf, welche bis zum Tode führen können (siehe Tabelle).
| Belastung (mSv) | Strahlenschäden |
|---|---|
| 250 bis 500 | Veränderungen im Blutbild, Schäden der Embryos |
| 1000 | akute Gefahr für Gesundheit, beginnende Strahlenkrankheit |
| 2000 | Strahlenkrankheit, Hautschäden, ca. 10 % Todesfälle |
| 3000 | Blutung, schwere Veränderung im Blutbild, ca. 20 % Todesfälle |
| 4000 | schwere Entzündungen, 50 % Todesfälle innerhalb von 5 Wochen |
| ab 8000 | mehr als 80 % Todesfälle |
Bedeutendere Wirkung als äußere Strahleneinflüsse haben inkorporierte Radionuklide. Diese Substanzen gelangen über die Nahrung, die Atmung oder die Haut in den Körper. Ein Teil dieser Stoffe wird nicht sofort ausgeschieden sondern, zum Teil stoffabhängig in Organen eingelagert. Je nach Halbwertzeit führen sie dort zu teilweise jahrelanger Belastung des umliegenden Gewebes. Besonders gefährlich sind dabei eingelagerte α-Strahler, wegen ihrer hohen Ionisationsdichte. Besonders gefährdet ist das Knochenmark, weshalb in erster Linie Veränderungen im Blutbild entstehen. Bei einer Bestrahlung der Keimdrüsen kann es in der folgenden Generation zu Mutationen kommen.
Bei dem Umgang mit radioaktiven Substanzen dürfen für die betreffenden Menschen bestimmt Grenzwerte nicht überschritten werden, um Strahlenschäden zu vermeiden.
Schutzmöglichkeiten beim Umgang mit radioaktiven Substanzen:
- möglichst großer Abstand zur Strahlenquelle
- Abschirmung der Quelle durch geeignete Materialien (Mineralien zum Beispiel sollten in speziellen Bleiboxen aufbewahrt werden)
- möglichst geringe Dauer der Strahlenbelastung
- Tragen von Körper- und Atemschutz
- über Manipulatoren ferngesteuerte Arbeiten
Diese Belastung setzt sich zusammen aus natürlich und zivilisatorisch bedingter Strahlung. Dieser Strahlenexposition kann sich kein Individuum entziehen. Sie kann, wenn überhaupt, nur in einzelnen Ursachen vermieden und somit um Bruchteile reduziert werden.
| Strahlenexposition durch: | mittlere jährliche Dosis* |
|---|---|
| natürliche Strahlenexposition | |
| kosmische Strahlung | 0,3 mSv |
| terrestrische Strahlung | 0,4 mSv |
| inkorporierte Radionuklide | 1,4 mSv |
| 2,1 mSv | |
| zivilisatorisch bedingte Strahlenexposition | |
| Medizin | 2,0 mSv |
| industrielle Tätigkeit | 0,01 mSv |
| Tschernobyl-Unfall | 0,01 mSv |
| Kernwaffentests | 0,005 mSv |
| Flugreisen | 0,005 mSv |
| Beruf | 0,002 mSv |
| fossile Energieträger | 0,002 mSv |
| Kernkraftwerke | 0,001 mS |
| Industrieprodukte | 0,001 mSv |
| 2,0 mSv | |
| gesamt | 4,1 mSv |
Ebenso ist die Strahlenbelastung zum Beispiel in ehem. Bergbaugebieten teilweise höher.
