Datenbankentwurf – Das ER-Modell
Das Entity-Relationship-Modell stellt gerade bei großen
Datenbankanwendungen mit vielen Attributen bzw. wenn die genauen
Anforderungen anfangs nicht völlig klar sind, ein wichtiges
Hilfsmittel beim Datenbankentwurf dar. [1]
So bildet das ER-Modell für solche Datenbanken die erste
Entwurfsstufe. Vor Erstellung eines ERModells müssen
zunächst die Anforderungen an die Datenbank analysiert werden.
Optimaler weise geschieht dies unter Einbeziehung der späteren
Nutzer, so dass das ER-Modell quasi die Schnittstelle zwischen
Datenbankdesigner und Anwender darstellt.
Nach der Analyse der Anforderungen werden zunächst die
verschiedenen Attribute zu Entitäten zusammengefasst
(Begriffserklärung dazu siehe unten). Dabei umfasst eine
Entität verschiedene zusammengehörige Attribute. Eine
feste Richtlinie zur Einteilung der Entitäten lässt sich
dabei in der Praxis nicht finden und ist mehr oder weniger von der
Erfahrung und den Ansichten der Beteiligten abhängig.
Festzuhalten ist allerdings:
„Eine Entität (Entity) stellt ein Objekt oder Konzept der realen Welt dar [...] Ein Attribut stellt eine Eigenschaft dar, die die Beschreibung einer Entität weiter ausführt“ [2]
Eine mögliche Darstellung ist die Chen-Notation, bei welcher Entitäten durch Rechtecke und Attribute als Ovale gekennzeichnet werden. Beziehungsbezeichner werden dabei mit einer Raute dargestellt. Eine Beispielnotation gemäß Chen ist in Abbildung 1 dargestellt. Die verschiedenen Entitäten werden anschließend miteinander verknüpft, wobei über einen Beziehungsbezeichner festgelegt wird, wie die beiden Entitäten in Beziehung stehen.
Abbildung 1: BeispielnotationBei den möglichen Beziehungen sind drei Grundlegende Arten zu unterscheiden:
- eins zu eins Beziehung 1:1
- eins zu viele Beziehung 1:n
- viele zu viele Beziehung m:n
Nachdem das ER-Modell erstellt wurde, werden anschließend
die einzelnen Entitäten immer weiter in Relationen und
Attribute zerlegt, bis am Ende das fertige Relationenschema
entsteht, wobei das Modell Schritt für Schritt den
Anforderungen an eine relationale Datenbank angepasst wird. Bei der
Umsetzung in die entsprechenden Relationen gestaltet sich die 1:1
Beziehung am einfachsten, da die entsprechenden Attribute in einer
Tabelle zusammengefasst werden können.
Eine 1:n Beziehung kann ebenfalls verhältnismäßig
leicht über eine Schlüsselbeziehung dargestellt
werden.
Schwieriger ist die Umsetzung der m:n Beziehung. Diese erfordert
eine zusätzliche Tabelle, welche nur dazu dient, die beiden
Objekte miteinander zu verknüpfen.
