Datenbankarten

Zuerst sollen kurz die unterschiedlichen Datenbankarchitekturen voneinander abgegrenzt werden.

Stand-Alone-Datenbanken

Eine Stand-Alone-Datenbank läuft ausschließlich auf einem Rechner und das Anwendungsprogramm greift direkt auf den Datenbestand zu. Dabei kann stets nur ein Programm gleichzeitig auf die Daten zugreifen. Ein Zugriff über ein Netzwerk ist unter der genannten Einschränkung dennoch theoretisch möglich. Allerdings stoßen solche Datenbanken durch das Ausschließen von parallelen Zugriffen sehr schnell an ihre Grenzen, wenn die Daten von mehreren Personen verwendet werden sollen. Die Verwaltung der Daten ist dabei im Vergleich zu anderen Datenbankarten einfach. So entfallen bei der Stand-Alone-Datenbank aufwendige Implementierungen für den Mehrbenutzerbetrieb und das daraus resultierende komplizierte Transaktionsmanagement, was benötigt wird, wenn zur selben Zeit mehrere Operationen, von unterschiedlichen Benutzern an dem Datenbestand ausgeführt werden sollen.
Beispiele dafür lassen sich viele finden, auch wenn diese oftmals als Datenbank nicht in Erscheinung treten. So handelt es sich beispielsweise bei der Kontaktverwaltung eines E-Mail- Clienten oder ähnliches um eine Stand-Alone-Datenbank, da die entsprechenden Daten lokal gespeichert werden und nur das Ursprungsprogramm auf diese zugreift.

File-Share Datenbank

File-Share Datenbanken erlauben gegenüber den stand-alone-Datenbanken Mehrbenutzerbetrieb. Dabei liegt die Datenbankdatei auf einem zentralen Server. Bei Anfragen wird jeweils der gesamte Datenbestand an den Clientrechner übertragen. Erst auf dem Clientrechner erfolgt dabei die Verarbeitung der Daten. Der Server dient hierbei lediglich als Verteiler, welcher die reine Datenbankdatei den anderen Rechnern zur Verfügung stellt.
Probleme treten dabei durch die extrem hohe Netzwerkbelastung auf, da nicht nur die benötigten Daten übermittelt werden, sondern der komplette Datenbestand übertragen wird, an welchem erst auf Seiten des Clienten die benötigten Operationen ausgeführt werden. Solange auf die Datenbank nur lesend zugegriffen wird, lässt sich dieses Problem durch eine entsprechend leistungsfähige Netzwerkstruktur zumindest teilweise noch unterbinden. Das Hauptproblem besteht jedoch in der Änderung der Daten. Da die Daten jeweils auf dem Clienten geändert und dann als ganzes zurückgesendet werden, gibt es nur ungenügende Möglichkeiten, die Integrität der Datenbank zu überprüfen und Anfragen bzw. Änderungen bei Bedarf zurück zuweisen.
Als eines der bekanntesten Beispiele für eine File-Share Datenbank sei beispielsweise Microsoft Office Access1 genannt, sowie das entsprechende Pendant OpenOffice Base.

Client-Server Datenbank

Bei dieser Datenbankart dient ein zentraler Rechner als Datenbankserver. Auf diesem Datenbankserver liegen sowohl die Daten der Datenbank als auch das Datenbankmanagementsystem (DBMS). Auf diesen Server greifen nun die Clientprogramme, welche auf anderen Rechnern als das DBMS laufen, über das Netzwerk zu. Die Grundlagen für diese Datenbankart wurde 1992 mit ISO 9579 standardisiert [1].
Da bei dieser Datenbankart stets mit einer Datenbankdatei auf Serverseite gearbeitet wird und lediglich die benötigten Informationen zum Clienten übertragen werden, entfallen die Hauptnachteile zum vorangegangenen Modell. So ist zum einen die Netzwerkbelastung deutlich geringer, zum anderen kann die Integrität der Datenbank sofort überprüft werden. Da alle Transaktionen der Clienten direkt an das DBMS gesendet und erst von diesem zentral verarbeitet werden, besteht sofort die Möglichkeit, die Integrität der Änderungen zu überprüfen. Außerdem stehen Änderungen am Datenbestand sofort allen anderen Clienten zur Verfügung.


1 Eingetragene Marke der Microsoft Corporation